Stadtentwicklung
Aktivieren & testenProzesse gestalten & beteiligen
Status:laufend
Zeitraum:seit 2015
Ort:München – Fürstenried West
Auftraggeber:HINES Immobilien GmbH i. A. der Bayerischen Versorgungskammer
Projektteam:Susanna Walter, Anika Zeman, Leila Unland, Agnes Förster, Elisa Maschmeier, Michelle Hagenauer, Andreas Bernögger
ProjektwebseiteFürstenried West

SOZIALE QUARTIERSENTWICKLUNG FÜRSTENRIED WEST

Zukunft der Stadt im großen Maßstab denken

Die Großwohnanlage der Bayerischen Versorgungskammer in Fürstenried-West entstand im Zuge der Münchner Stadterweiterung der 1960er und 1970er Jahre. Seit Baubeginn 2023 wird sie nachverdichtet und modernisiert. Wir begleiten das Bauvorhaben mit einer sozialen Quartiersentwicklung, die aktiv den Austausch und das Zusammenleben in der Nachbarschaft fördert.

Städtebaulicher Auftakt

Quartiersentwicklung ist ein langfristiger und offener Prozess, der in verschiedenen Phasen verläuft. Gerade wenn eine große Wohnanlage wie in Fürstenried West nachverdichtet und modernisiert wird, brauchen Veränderungen Zeit, Vertrauen und kontinuierlichen Austausch.

Von 2015 bis 2017 begleiteten wir die Vorbereitung und Durchführung des städtebaulichen Ideenwettbewerbs für die Großwohnanlage der Bayerischen Versorgungskammer mit Beratung, Stakeholder Gesprächen, Workshops und Ausstellungen. Ziel dieses Auftakts war es, die unterschiedlichen Anspruchsgruppen zu hören, sie in einen konstruktiven Austausch zu bringen und so eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Quartiers zu schaffen.

Gemeinsame Hochbeete an der Garteninsel.
Unsere Wegweiser verbinden das Quartier räumlich.
Miteinander ins Gespräch kommen.

Soziale Verantwortung im Quartier

Seit 2018 ergänzen wir die bauliche Entwicklung in Fürstenried West durch eine soziale Quartiersentwicklung vor Ort. Neben Strategie- und Planungsleistungen setzten wir in einem lernenden Prozess einzelne Bausteine gemeinsam mit Bewohner:innen des Viertels um. Dazu gehören die Pflege und Gestaltung gemeinschaftlicher Orte, die Kommunikation und der Austausch mit der Nachbarschaft sowie die Aktivierung durch wiederkehrende Formate. So entstehen Räume und Anlässe, die Austausch und Zusammenleben im Quartier stärken. Durch Patenschaften und Eigeninitiativen unterstützen wir gezielt diejenigen, die gerne mehr Verantwortung für ihr Quartier übernehmen möchten.

Hier entsteht ein Tauschregal
Aktion Graffiti: Der öffentliche Raum wurde von den Workshop-Teilnehmenden ak-tiv mitgestaltet.

Gebaute Räume und regelmäßige Aktionen

Im Nachbarschaftstreff sind wir regelmäßig vor Ort und kümmern uns um die Bedürfnisse und Anliegen der Nachbarschaft. Im öffentlichen Raum bauen wir immer wieder Mikroarchitekturen, die das Zusammenleben im Quartier sichtbar machen. Dazu gehören die Garteninseln mit den gemeinschaftlich oder privat mietbaren Hochbeeten, ein Bücher- und Tauschschrank sowie zwei neue Quartiersterrassen. Sie laden zum Verweilen und gemeinsamen Aktivwerden ein.

Seit August 2024 betreiben wir außerdem den selbst geplanten und recycelten Quartierskiosk „Zur FÜRstin", der sich als fester Treffpunkt in der Nachbarschaft etabliert hat. Ehrenamtliche bieten dort beispielsweise Lesehilfen an, Bewohner:innen können den Raum mieten und zugleich markiert er einen Identifikationspunkt im Viertel.

Neben den gebauten Orten gibt es regelmäßige Kommunikations- und Aktionsformate, die die Menschen im Quartier stärker vernetzen sollen. Die Quartierszeitung erscheint regelmäßig und informiert über das Leben und den Baufortschritt im Viertel. Hinzu kommen temporäre Aktivitäten wie gemeinsame Abendessen, Sommerkino, Winterkonzerte oder Sportnachmittage. Sie schaffen Anlässe für Begegnung und fördern Aus-tausch und Vernetzung zwischen den Bewohner:innen. Die Angebote sind über das Jahr verteilt und stehen allen Bewohner:innen des Quartiers offen.

Gemütliches Zusammensitzen bei Feuerschale und Gitarrenmusik im Januar.
Der fertige Bücherschrank mit Sitzfläche.
Die Quartierszeitung erscheint vierteljährlich.