Architektur
Umbauen & sanierenWohnraum entwerfen
Status:abgeschlossen
Zeitraum:2022–2023, 2025
Ort:München, Forstenried
Auftraggeber:privat
Projektteam:Jan Kurz, Leila Unland, Annika Lüdeke
Leistungsphasen:1-8

ENERGETISCHE SANIERUNG MEHRFAMILIENHAUS PFEILWEG

Behutsame energetische Sanierung eines Mehrfamlienhauses in einer 50er-Jahre-Siedlung

Das Mehrfamilienhaus gehört zu einer Mustersiedlung der 1950er Jahre im Münchner Westen. Die funktionalen und sparsamen Grundrisse des Bestands bilden den Ausgangspunkt der energetischen Sanierung. Ein individueller Sanierungsfahrplan begleitet die Dachsanierung und Heizungstausch. Die Bestandswohnungen werden unter Erhalt wertvoller Substanz grundsaniert, der rote Terrazzo im Treppenhaus, Stäbchenparkett und die Holz-Stulpfenster zeichnen den Bestand aus. So bleibt das Wohnhaus in seiner Substanz erhalten und wird zeitgemäß weiterentwickelt.

Nachverdichtung geprüft, Bestand gestärkt

In einer ersten Planungsphase wird eine Erweiterung des Gebäudes im Sinne der Nachverdichtung untersucht. Beide Bestandswohnungen sollen durch neue Gebäudeschichten vergrößert werden. Im Dachgeschoss ist eine zusätzliche Wohneinheit vorgesehen. Durch die Anhebung der Traufe im Bereich einer neuen überdachten Loggia und des Dachwohnraums entsteht eine neue Gebäudekubatur. Sie vermittelt zwischen historischem Bestand und Erweiterung. Da das Gebäude als Mietwohnhaus ausgelegt ist, spricht die Wirtschaftlichkeit des Projekts am Ende für einen geringeren baulichen Eingriff. Das Projekt zeigt, wie sich Nachverdichtungspotenziale im Bestand fundiert geprüft und gegen die energetische Sanierung abwägen lassen.

Bestandsfoto Außen

Energetische Sanierung mit Weitblick

Für die Gebäudesanierung wird eine Individuellen Sanierungsfahrplan beauftragt, mit dem Dachsanierung und Heizungstausch aufeinander abstimmt werden und Fördermittel abgerufen werden können, die das Projekt finanziell unterstützen. Im Zuge der Dachsanierung bleibt der historische Dachstuhl erhalten. Eine neue, großzügige Gaube schafft Platz für eine offene Küche. Die beiden Bestandswohnungen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss werden unter Teilerhalt des hochwertigen Stäbchenparketts grundsaniert und mit hochwertigen Mieterküchen ausgestattet. Die Heizung wird auf eine hybride Wärmepumpe umgestellt. Bei der Dachsanierung wird eine künftige, seriell geplante Fassadensanierung im Anschlussdetail vorbereitet.

Gemeinschaft im Bestand weiterentwickelt

Auch außerhalb der Wohnungen entsteht neue Qualität: Die bisherige Mietergarage wird zu einem gemeinsamen Fahrradhaus umgerüstet. Der Garten für eine gemeinschaftliche Nutzung mit individuellen Rückzugsorten weiterentwickelt. Mit einer Wohnfläche von rund 190 Quadratmetern und einer hybriden Wärmepumpe als neuer Energieversorgung ist das Gebäude technisch und energetisch für die kommenden Jahrzehnte gerüstet, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren.

Grundriss Erdgeschoss