Stadtentwicklung
Aktivieren & testenProzesse gestalten & beteiligen
Status:abgeschlossen
Zeitraum:2023 (Umsetzung Juni–Oktober 2023)
Ort:München (Kolumbusstraße, Au-Haidhausen; Landlstraße, Giesing)
Auftraggeber:Referat für Stadtplanung und Bauordnung sowie Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München
Projektteam:Susanna Walter, Ann-Christin Sreball
Projektseite:MCube-aqt

MCube aqt

Freiraumintervention und Nachbarschaftsaktivierung der Kolumbus- sowie Landlstraße

Das Projekt aqt (Autoreduzierte Quartiere für eine lebenswerte Stadt) ist eines von drei Leuchtturmprojekten des Forschungsclusters MCube, das die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen erforscht. Vor dem Hintergrund von Bevölkerungswachstum und Klimakrise untersucht das Projekt urbane Mobilität im Quartier. In einem Reallabor wurden Straßenräume temporär umgestaltet, um zu testen, ob mehr Aufenthaltsflächen und ein größeres Shared-Mobility-Angebot die Akzeptanz für weniger Verkehr steigern können.

Verkehrsraum neu gedacht in Au-Haidhausen und Giesing

In der Kolumbusstraße (Au-Haidhausen) und der Landlstraße (Giesing) entstand ein Reallabor, das die Reduktion von Verkehrsraum durch neue, alltagstaugliche Nutzungen erprobte. Von Juni bis Oktober 2023 war ein rund 250 Meter langer Abschnitt der Kolumbusstraße ausschließlich für den Rad- und Fußverkehr geöffnet. Auf den neu gewonnenen Flächen entstanden Wiesen und Sandflächen und Hochbeete als Orte zum Entspannen, Treffen und Gärtnern.

Der zur Verfügung stehende Straßenraum.
Die aufgestellten Tischtennisplatten werden fleißig genutzt.

Bauliche Umsetzung und Vernetzung der Nachbarschaft

Wir übernahmen die temporäre bauliche Umsetzung und betreuten die Wiesen- und Sandflächen in der Kolumbusstraße. Zudem begleiteten wir die rund 50 Hochbeete, die von der Nachbarschaft gepflegt wurden. Über E-Mail und Telefon blieben wir erreichbar, organisierten Veranstaltungen wie ein Erntefest und boten regelmäßige Gärtner:innen-Sprechstunden vor Ort an.

Mit vielseitigen Aktionen in der Kolumbus- und Landlstraße förderten wir das Kennenlernen und die Vernetzung der Nachbarschaft. Angebote wie Yoga, Boule und konsumfreies Beisammensein zeigten das Potenzial des umgestalteten Verkehrsraums und luden zum gemeinsamen Ausprobieren ein.

Betreuung der rund 50 Hochbeete
Aktionen wie der Linoldruck-Workshop fördern das gegenseitige Kennenlernen.
Die Hochbeete werden von der Nachbarschaft gepflegt.
Beim Spieleparcours stand der gesamte Straßenraum zur Verfügung.
Wo sonst Autos fahren, entstehen jetzt Kreidebilder – im Hintergrund laden Sitzbänke und Hochbeete zum Verweilen ein.
Auf unserer Stimmungswand teilt die Nachbarschaft ihre Wünsche, Ideen und Fragen.