Der Erfolg des Projekts beruht vor allem auf der Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Belwerk und der Zimmerei Plan B, die sich auf unser experimentelles Vorgehen einließen und die Umsetzung möglich machten. Aufbauend auf unserem Entwurf für den Kiosk, der aus der Sichtung recycelter Materialien entstanden war und der gemeinsamen Begehung der Materialquellen, entwickelten die Zimmerer des Kollektivs Belwerk die Werk- und Detailplanung. Aus dem 200m entfernten Abrissgebäude wurden all jene Materialien ausgebaut, die für den Kioskbau direkt wieder - wenn auch in neuer Funktion und Fügung - eingebaut wurden. Die Balken für die Tragstruktur stammen aus lokal zugeschnittenem Holz von Bäumen, die ein Jahr zuvor im Zuge eines Tiefgaragenbaus gefällt wurden. Auf Pfahlgründungen montiert, übernehmen die Frischholzbalken nicht nur die Tragfunktion, sondern bilden – durch das Geschick der Zimmerer – zugleich die Rahmen der schweren Aluminium-Fenstertüren. Für die Dachdeckung kommen wiederverwendete Attikableche zum Einsatz, alte Fenster und Türen werden integriert, und eine ehemalige Treppenhausbrüstung dient heute als Theke. In der Zusammenarbeit entsteht ein Pavillonbau aus Recyclingmaterialien, der eine gestalterische und materielle Hochwertigkeit zeigt, die mit Neumaterial im vorhandenen Budget kaum möglich wäre.
Der Kiosk wurde im August 2024 fertiggestellt und wird seit September 2024 von unseren Stadtentwicklungsteam im Rahmen der sozialen Quartiersentwicklung betrieben. Er ist inzwischen fest im Alltag des Viertels verankert und bildet einen wichtigen Ort der Begegnung.