Die lange, beleuchtete Tafel an der Grillwiese schafft einen gemeinsamen Ort zum Zusammensitzen, auch nach Einbruch der Dunkelheit. © Hannes Rohrer
© Mirja Kofler
Stadtentwicklung
Aktivieren & testenProzesse gestalten & beteiligen
Status:laufend
Zeitraum:August 2025 – Dezember 2026
Ort:München
Auftraggeber:Landeshauptstadt München, Baureferat (Gartenbau)
Projektteam:Susanna Walter, Pauline Sirch, Leila Unland, Lucas Schneider Zimmer

AKTIVIERUNG DES OSTPARKS MÜNCHEN

Ausprobieren, mitgestalten und den Ostpark neu denken

Der Ostpark, mit 56 Hektar die größte Grünfläche im Münchner Südosten, bietet seit Jahrzehnten Raum für Erholung. Bevor er 2027 im Rahmen eines Planungsverfahrens grundlegend saniert wird, testen wir im Sommer 2026, wie er künftig genutzt werden kann. Unter dem Motto „Fit für die Zukunft“ laden wir Anwohner:innen, Vereine und Institutionen ein, an fünf Fokusorten und einer Infostation neue Ideen auszuprobieren. Das Sommerprogramm zeigt, welche Qualitäten der Park bietet und wo Verbesserungen nötig sind. Die Ergebnisse fließen in die Planung ein.

Ein Park vor der Sanierung

Der Ostpark, ein Landschaftspark mit Wiesen, Hügeln und Wasserflächen, prägt seit 50 Jahren das Leben in Neuperlach. Nun steht er vor einer umfassenden Erneuerung, gefördert durch das Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Bevor das Planungsverfahren 2027 beginnt, können Bürger:innen „ihren“ Ostpark aktiv mitgestalten. Von Juli bis September 2026 erproben wir neue Nutzungen und machen Potenziale sowie Schwachstellen sichtbar – mit Blick auf Themen wie Klima, Biodiversität und Inklusion.

Was wir vor Ort umsetzen

Im Auftrag des Baureferats (Gartenbau) der Landeshauptstadt München planen und betreuen wir die Aktivierungsmaßnahmen von der Konzeption bis zur Dokumentation. An fünf Fokusorten – «Zusammen.Platz», «Entspannte.Bucht», «Kultur.Hang», «Spiel.Feld» und «Mitmach.Garten» sowie einem Infomobil – schaffen wir mit einem Drittmittelbudget architektonische Angebote wie Pumptracks, Hängematten, Waldmurmelbahn und Hochbeete. Sechs Tage pro Woche begleiten wir das Programm vor Ort. Mit Informationsveranstaltung und einer zweiwöchigen Bürger:innenbeteiligung erreichen wir auch schwer zugängliche Zielgruppen.

Jeden Samstagabend fand am Kultur.Hang ein Konzert statt
Jeden Montag trifft sich am Ratschbaum die Nachbarschaft
Die Akteurin Claudia Schleich erzählt Geschichten in der Entspannten.Bucht
Ein regelmäßiges Sportprogramm bringt die Menschen in den Ostpark – hier zu sehen eine Pilatesstunde in der Entspannten.Bucht
Am Infomobil können sich Besucher:innen des Ostparks über den Beteiligungsprozess und das Programm informieren. © Hannes Rohrer
Information auf allen Kanälen: Flyer, Plakate, Social Media und eine eigene Projektwebsite begleiten den Beteiligungsprozess „Hallo Ostpark“. © Mirja Kofler

Die Informationsveranstaltung

Die Informationsveranstaltung „Hallo Ostpark“ markiert den Übergang zwischen der achtwöchigen Erprobungsphase an den Fokusorten zur anschließenden zweiwöchigen intensiven Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der Institutionen und Gruppierungen aus Neuperlach gezielt aufgesucht werden.
Bei der Veranstaltung können Anwohner*innen, Besucher*innen sowie engagierte Bürger*innen direkt vor Ort ihre Meinungen und Ideen zur zukünftigen Entwicklung des Parks einbringen. Neben der Präsentation der Ergebnisse aus den Fokusorten und Machbarkeitsstudien gibt es Stationen mit Fachleuten zu den Themen Infrastruktur, Fokusorte, Freiraumstudie und Gewässerstudie sowie erste Beteiligungsergebnisse.

Ideenaustausch bei der Informationsveranstaltung zu einem Fokusort © Mirja Kofler
Ausstellung „Hallo Ostpark“ an Bauzäunen: Detaillierte Informationen zum Beteiligungsprozess und zur Machbarkeitsstudie "Freiraum" bei der Informationsveranstaltung © Mirja Kofler

Die zweiwöchige Öffentlichkeitsbeteiligung

Vom 14. bis 25. September haben wir die Erkenntnisse aus den Erprobungswochen gemeinsam weiterentwickelt und vertieft. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wo kann der Ostpark naturnaher werden? Welche Orte sind besonders beliebt? Und wo bietet der Park Raum für Bewegung, Spiel und Erholung? Um möglichst unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, haben wir aufsuchende und offene Beteiligungsformate kombiniert. Wir sind dorthin gegangen, wo sich die Menschen in Neuperlach in ihrem Alltag aufhalten: an Schulen, in einer Senioreneinrichtung, im Jugendzentrum, im Nachbarschaftstreff und im BildungsLokal. Direkt im Ostpark gab es zudem an den Fokusorten offene Angebote zu den Themen Spiel, Wasser, Grillwiese sowie Ruhe und Erholung.

Aufsuchendes Format: Beteiligung in einem Nachbarschaftstreff
Offenes Beteiligungsformat „Ruhe und Erholung“: Wo finden die Menschen im Ostpark Entspannung?

Mikroarchitekturen im Ostpark

Gemeinsam mit Treibgut haben wir Mikroarchitekturen für den Ostpark entwickelt. Zentrales Element ist der Ostparkmerker: eine Sitzbank, die an 15 Stellen im Park auftaucht. Sie lädt zum Verweilen ein und informiert zugleich über das Programm, benennt die Fokusorte, erleichtert die Orientierung und verweist auf weiterführende Informationen. Ergänzt wird der Ostparkmerker durch weitere Sitzbänke sowie eine lange, beleuchtete Tafel an der Grillwiese. Ein einheitliches Erscheinungsbild verbindet alle Elemente und gibt dem gesamten Beteiligungsprozess „Hallo Ostpark“ einen hohen Wiedererkennungswert.

Der Ostparkmerker: Sitzbank, Infopunkt und Wegweiser in einem. An 15 Stellen im Park informiert er über Programm, Fokusorte und den Beteiligungsprozess „Hallo Ostpark“. © Hannes Rohrer
Ein Fähnchen auf dem Ostparkmerker benennt den jeweiligen Fokusort und macht ihn schon von Weitem sichtbar. © Mirja Kofler
Sitzbänke am Kultur.Hang laden zum Verweilen ein und ergänzen die Mikroarchitekturen im Ostpark. © Hannes Rohrer
Die lange, beleuchtete Tafel an der Grillwiese schafft einen gemeinsamen Ort zum Zusammensitzen, auch nach Einbruch der Dunkelheit. © Hannes Rohrer